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Historische Bauten und Denkmäler der Stadt Leipzig
Die Nikolaikirche (gewidmet dem heiligen Nikolaus, der 351 Bischof im türkischen Myra war, berühmt geworden ist er durch seinen unermüdlichen Einsatz für die Armen; der "Nikolaustag" ist ebenfalls nach ihm benannt worden). Von der Nikolaikirche aus wurden die Friedensgebete seit 1982 durchgeführt, die der Ausgangspunkt für die friedlichen Montagsdemonstrationen unter Pfarrer Führer zur gewaltfreien politischen Veränderung 1989 waren. Faszinierend ist der Innenraum der Kirche. Er entstand durch einen kompletten Umbau 1784 bis 1797 im klassizistischen Stil nach französischen Vorbildern. Er sollte das Selbstbewusstsein der Leipziger ausdrücken. Beeindruckend sind auch die als Palmbäume gestalteten Säulen. Nach einer Renovierung in der Nachwendezeit strahlt das Kirchenschiff im vollkommenen weiß.
Der Neubau des noch heute erhaltenen Langhauses der Thomaskirche erfolgte 1482/96. Eng mit der Geschichte der Thomaskirche verbunden ist der seit 780 Jahren bestehende berühmte Thomanerchor. Die Thomaner leben in ihrem Alumnat und lernen in der Thomasschule. Ihre musikalische Wirkungsstätte ist die Thomaskirche.
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Weitere Denkmäler dieser Epoche sind die Theklaer- und die Eutritzscher Kirche.
Renaissance (etwa 1525 bis 1680)
1555 wurde die Alte Waage errichtet. Die Ratswaage gehörte zu den wichtigsten Gebäuden der Handelsstadt. Alle Waren, die die Kaufleute nach Leipzig brachten, unterlagen der Waagepflicht. Die Höhe der Abgaben war festgelegt. Die Waagegebühr war eine bedeutende Einnahmequelle der Stadt. Im 2.Weltkrieg wurde das Gebäude zerstört und 1963/64 wieder aufgebaut.
Ein weiteres bekanntes Bauwerk ist der Fürstenhauserker in der Grimmaischen Str.17, ebenfalls im 2.Weltkrieg zerstört und in der Nachkriegszeit wieder aufgebaut. Die erste Erwähnung fand der Bau 1503 als Predigerkloster am "Pauliner Kirchhof" gelegen. 1558 errichtete der Sohn des Dekans der medizinischen Fakultät, Dr. Roth, bürgerliche Häuser auf diesem Gelände. 1612 wohnten in dem Gebäude die vier Söhne des Herzogs Friedrich Wilhelm von Altenburg während des Studiums an der Leipziger Universität. 1713 nahm auch der russische Zar Peter der Große im Fürstenhaus Quartier. Der größte Reiz dieses Gebäudes geht von den beiden reich verzierten Erkern aus.
Um 1570 wurde im "Kaffeebaum" der Kaffeeausschank im ältesten Kaffeehaus Leipzigs urkundlich erwähnt. August der Starke soll hier seine erste Tasse Kaffee getrunken haben. Er stiftete die Steinplastik über dem Eingang, die einen gleichzeitig blühenden und Früchte tragenden Kaffeebaum mit einer reich verzierten Kaffeekanne und davor einen Türken, der einem Knaben den "Türkentrank" reicht, zeigt. Anno 1700 wurde vom Rat die strenge Order erlassen, dass außer dem Billard alle Spiele bei hoher Geld- und Gefängnisstrafe verboten seien. Ebenso "aller Aufenthalt und Bedienung derer Weibs-Personen" strafbar seien. Selbst bei der Zurichtung des Getränks und dessen Auftragung hatten die Frauen nicht mitzutun. Auf sein "Schälchen Heeßen" lässt der Sachse nichts kommen. "Ohne Gaffee gönn mer nich gämpfn!" sollen sächsische Soldaten im Siebenjährigen Krieg gemault haben. Später verdanken wir der Sächsin Melitta Benz (1878 bis 1950) die Erfindung des Kaffeefilters.
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Den letzten erhaltenen Rest der ehemaligen Stadtbefestigung stellen die Mauern des Gewölbes der Moritzbastei dar, die 1551 bis 1553 auf Befehl des sächsischen Kurfürsten Moritz errichtet worden sind, nachdem sich die Stadtmauern in diesem Abschnitt 1547 im Schmalkaldischen Krieg als zu schwach erwiesen hatten. Teile der Kasematten sind zum Studentenclub der Universität ausgebaut worden.
Der Thüringer Hof ist eine über 550 Jahre alte historische Gaststätte in der Burgstraße zwischen Rathaus und Thomaskirche gelegen.
Ein weiteres Beispiel für die damalige Bedeutung der Stadtgrenzen zeigt der Name des Baches "Lösegraben", der die Grenze zwischen den Städten Leipzig und Taucha in Nordosten markierte. Waren Straftäter über den Grenzbach entkommen, dann waren sie "erlöst" oder "gelöst", das bedeutete sie waren dem örtlichen Strafrecht entkommen.
Barock (etwa 1680 bis 1770) Seit 1697 wird die Alte Handelsbörse am Naschmarkt durch die Kaufleute genutzt, da es Brauch geworden war sich nach Abschluss der Geschäfte zu versammeln. Heute wird der Börsensaal für Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Bosehaus mit Bachmuseum, Thomaskirchhof 16 - wurde 1586 erstmals erwähnt. 1709 bis 1711 ließ der Gold- und Silberwarenhändler Georg Heinrich Bose das Haus im Barockstil umbauen. Die Familie Bose unterhielt freundschaftliche Beziehungen zur in unmittelbarer Nachbarschaft lebenden Familie Bach. Besondere Beachtung verdient der historische Sommersaal im zweiten Obergeschoß, der als Konzertsaal bekannt ist. Eine Besonderheit ist eine ovale Öffnung in der Decke, über der sich ein "Schallraum" befindet. Entweder spielten die Musiker darin auf oder mittels eines beweglichen Deckengemäldes wurde die Öffnung verschlossen. Anlässlich des 300. Geburtstages von Bach wurde das Haus rekonstruiert und als Sitz der Nationalen Forschungs- und Gedenkstätte Johann Sebastian Bach übergeben.
Gartenhaus des Apothekers Linke, Seeburgstraße 45 - wurde 1757 durch den Besitzers der Löwenapotheke, Johann Heinrich Linke, errichtet. Es gehört zu den Kostbarkeiten der Leipziger Baugeschichte, da es das letzte erhaltene Bauwerk der zahlreichen Leipziger Gärten des 18. Jahrhunderts ist. Es wurde nach der Wende rekonstruiert.
Weitere Kostbarkeiten aus der Zeit des Barock sind das Frege- und das Romanushaus in der Katharinenstraße. Das Romanushaus (rechte Seite) hat sich der von August dem Starken der Stadt aufgezwungene erst 30jährige Bürgermeister Romanus erbauen lassen. Um die damals ungeheure Bausumme von 150.000 Talern aufzubringen, hatte Romanus ungedeckte Schuldscheine ausgestellt. Er wurde daraufhin auf der Festung Königstein inhaftiert und starb nach 41jähriger Haft. Seine Renommiersucht, indem er August dem Starken nachzueifern suchte und sich auch gern "König von Leipzig" nennen ließ, führte ihn ins Verderben. Seine Verdienste für Leipzig in seiner Regierungszeit von 1701 bis 1704 waren die Einführung der Straßenbeleuchtung und -reinigung, der Kanalisation und Pflasterung der Straßen. Das Fregehaus ist nach dem Bankier Frege, der es 1782 erworben hatte, benannt.
Der Alte Johannesfriedhof am Täubchenweg ist ein Stätte der Ehrung bedeutender Persönlichkeiten aus der älteren Geschichte Leipzigs. Dazu gehören Namen, wie Käthchen Schönkopf (Jugendfreundin Goethes), Richard Wagners Mutter und seine Schwester, Dr. Schreber und Dr. Hausschild (Begründer der Schrebergartenbewegung) auch Bach und Gellert wurden hier begraben.
Gohliser Schlößchen, Menckestr.23 - war einst vor den Toren der Stadt gelegen. Es wurde 1755/56 erbaut als spätbarocker Landsitz des Ratsbaumeisters Johann Caspar Richter auf dem ehemaligen Gohliser Dorfanger. Heute befindet sich im inneren ein schöner Konzertsaal.
Schillerhaus, Menchestr.42 - 1785 wohnt Schiller auf Einladung der Familie Körner in diesem Haus. Hier schrieb er "Das Lied an die Freude". Er war 26 Jahre alt, in quälte die Malaria und er litt unter Liebenskummer. Der Buchhändler Schwan aus Mannheim hatte ihm die Hand seiner Tochter Margarethe verwehrt. Er brauchte dringend Ruhe und in Leipzig blieb er unerkannt, obwohl er schon das Rebellendrama "Die Räuber" geschrieben und ihn der württembergische Herzog Carl Eugen mit Exil belegt hatte. Das Theaterstück "Die Räuber" wird kurz nach der Premiere in Leipzig vom Sielplan abgesetzt. Bewundert wird er vom Schriftsteller Gottfried Körner und seinen Freunden, sie laden ihn nach Leipzig ein und zahlen seine Schulden.
Weitere Bauwerke dieser Epoche sind Bürgerhaus Hainstr.13 und Katharinenstr. 3, 19 u. 21, Knauthainer Schloß, Parkstr.24, Leutzscher- und Stötteritzer Kirche.
Bedeutende Bauten um 1890
Bundesverwaltungsgericht (nach 60jähriger Unterbrechung wieder bezogen)
1895 war dieser Bau als Sitz des Reichsgerichtes (zweiter Monumentalbau des Kaiserreiches in Deutschland) errichtet worden. Das Reichsgericht war der oberste Gerichtshof des Deutschen Reiches auf dem Gebiet des Zivil- und Strafrechtes. Hier fanden 1907 der Hochverratsprozess gegen den Sozialdemokraten Karl Liebknecht und 1933 der Reichstagsbrandprozess statt, in dem Georgi Dimitroff das Naziregime vor den Augen der Weltöffentlichkeit bloß stellte. In der DDR-Zeit beherbergte dieses Gebäude das Leipziger Bildermuseum. Nach der Deutschen Einheit ist Leipzig wieder Sitz der höchsten deutschen Straf- und Zivilinstanz. Die Skulptur "Wahrheit" (rechtes Bild) krönt die Kuppel dieses Gebäudes. Die Einmaligkeit der Stadt wird geprägt durch das verwirrend zersplitterte System der vielen kleinen und großen Durchgangshöfe und Passagen. Besonders an den Regentagen lässt sich hier toll bummeln und einkaufen. Die älteste Passage ist die Stecknerpassage. Sie entstand 1873 auf dem Eckgrundstück Petersstraße/Thomasgasse, in dem ein Durchgangshof mit einem Lichthof verbunden wurde. Die nachstehenden Bilder geben einen Einblick in die Passagenvielfalt.
Bauten zwischen den beiden Weltkriegen
Opernhaus Das Jahr 1693 war die Geburtsstunde der Oper in Leipzig. Das 1864/68 errichtete Neue Theater am Augustusplatz fiel den Bombenangriffes im 2.Weltkrieg zum Opfer. 1959/60 entstand an seiner Stelle der erste Theaterneubau der DDR.
Die Leipziger Musikszene entwickelte sich von den Stadtpfeifern zum Gewandhausorchester. 1479 stellte der Rat drei Stadtpfeifer ein und 1488 einen vierten. Anfang des 17. Jahrhunderts kamen drei Kunstgeiger dazu und 1805 erhöhte man die Zahl auf acht. Sie mussten zweimal täglich vom Balkon des Rathauses spielen und bei der Kirchenmusik mitwirken. Im 18. Jahrhundert entwickelten sich die Ansätze des Konzertwesens. 1704 wurde von Telemann das "Colegium musicum" gegründet. Die beste Musik in Leipzig hörte man ab 1743 im "Großen Konzert" und seine Stelle trat die "Musikübende Gesellschaft". Ihre Darbietungen wurden "Gewandhauskonzerte" genannt, weil sich der Sitz des Orchesters im Saal über dem Tuchboden an der Universitätsstraße befand. Dieses Orchester hatte Bestand, weil es bemüht war, die beste Musik der jeweiligen Zeit durch die besten Musiker darbieten zu lassen. 1882 bis 1884 wurde ein neues Gewandhaus errichtet, da das alte zu klein geworden war. Die Zerstörung erfolgte im 2.Weltkrieg. Der Neubau auf dem heutigen Augustusplatz erfolgte in der Nachkriegszeit.
Wohnhochhaus Wintergartenstraße Mit 95 m Höhe (hinzu kommt noch das 8,50 m hohe Doppel-M für Mustermesse) ist das Wohnhochhaus das dritthöchste Gebäude der Stadt. Es wurde 1969/71 erbaut und war mit 30 Geschossen das einstige "höchste Wohnhochhaus der DDR". Es verfügte über 208 Wohndomizile und ist vergleichbar mit dem Messeturm in Frankfurt am Main. 2005 fand die Rekonstruktion dieses Hauses statt.
Der Zoo ist ein beliebtes Ausflugsziel der Leipziger. Der Löwenkopf über dem Eingang steht für die Erfolge in der Löwen- und Raubtierzucht in der Vorwendezeit. Die heutigen herausragenden Anziehungspunkte sind Pongoland (die weltgrößte Menschenaffenanlage), die Kiwara-Savanne für Tiere aus Afrika, die Tiger-Taiga sowie die Elefantenanlage.
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