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Berühmte und bekannte Persönlichkeiten und damit verbundene Ereignisse in der Stadt Leipzig

 

Martin Luther besuchte Leipzig oft. 1519 fand die berühmte Disputation mit Johann Eck auf der Pleißenburg  (dem heutigen Neuen Rathaus) statt. Der reformatorische Gedanke wurde dadurch in Leipzig populär.

 

 

 

 

Am 01.07.1646 wird der geniale Mathematiker und Philosoph Gottfried Wilhelm Leibnitz in Leipzig geboren. Er verlässt seine Heimatstadt, weil ihm der Gelehrtengeist zu eng ist und man ihm die Doktorwürde versagte. 1846 wird anlässlich seines 200. Geburtstages die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig gegründet. Das Leibnitzdenkmal steht zwischen der Universität und der Moritzbastei.

 

Vor 350 Jahren starb in Leipzig der Jurist und Philosoph Christian Thomasius einer der Väter der deutschen Frühaufklärung. Er studierte und lehrte an der Leipziger Universität. 1687 führte er an der Leipziger Universität das Deutsche als Wissenschaftssprache ein und gab die erste wissenschaftliche Zeitung in deutscher Sprache heraus. 1694 gehörte er zu den Gründern der Universität Halle-Wittenberg. Sie war die erste deutsche Universität der Frühaufklärung.

 

 

1703 gründet Georg Philipp Telemann ein "Colegium musicum" in Leipzig.

Am 05.05.1723 wird Johann Sebastian Bach als Thomaskantor verpflichtet. Dieses Amt übt er 27 Jahre bis zu seinem Tode 1750 aus. Er verbrachte schaffensreiche Jahre in Leipzig. Ludwig v. Beethoven charakterisierte sein Schaffen wie folgt "Nicht Bach - Meer sollte er heißen". Max Reger nannte Bach und seine Werke "das Ende und den Anfang aller Musik". 1950 wurde das Bacharchiv gegründet und das Deutsche Bachfest findet jährlich in Leipzig statt. Seit 1979 besteht die Nationale Forschungs- und Gedenkstätte Johann Sebastian Bach in Leipzig.

 

1724 und 1751 lehrten bedeutende Professoren an der Universität. Zu ihnen gehören Johann Christoph Gottsched, der sich u. a. gegen die Sprachvermengung wendet, die erste deutsche Literaturzeitschrift und das "Große vollständige Universal-Lexikon aller Wissenschaften und Künste" heraus gibt sowie Christian Fürchtegott Gellert (nebenstehende Bild), der durch seine Fabeln und Gedichte berühmt geworden ist.

 

 

Seinen ständigen Wohnsitz hatte auch Friedrich Gottlieb Kloppstock, der die Dichtung zum "Messias" (Oratorium von Händel) schuf, in Leipzig.

 

Von 1726 bis 1804 lebte der fast vergessene Leipziger Lyriker Christian Felix Weiße. Von ihm stammen die Zitate "Morgen, morgen, nur nicht heute!", "Froh zu sein bedarf es wenig" sowie "Warum nicht heute? Morgen kannst Du für etwas anderes sorgen." Er war ein Zeitgenosse von Lessing und Gottsched. Ein wichtiger Teil  seiner schriftstellerischen Tätigkeit sind Jugend- und Kinderschriften. Er kann als Gründer der Kinder- und Jugendliteratur angesehen werden. Er war auch  Lyriker, Komödien- und Tragödiendichter sowie Herausgeber von Kunstjournalen. Aber zu seinem Kummer musste er sein Geld als Kreis-Quantembersteuer-Einnehmer (Grundstücks- und Gewerbeabgabe) für den Kurfürsten verdienen und so blieb wenig Zeit für die schriftstellerische Tätigkeit.

 

1737 verbannt Karoline Neuber (die Neuberin) den Hanswurst von der Bühne und schlägt ein neues Kapitel der deutschen Theatergeschichte auf. Von Karoline Neuber wurde Lessings "Junger Gelehrter" in Leipzig uraufgeführt.

 

1755 lebte  Gotthold Ephraim Lessing vorübergehend in Leipzig. Er schrieb: "Ich komme nach Leipzig an einen Ort, wo man die ganze Welt im kleinen sehen kann... Ich lernte einsehen, die Bücher würden mich wohl gelehrt, aber nimmermehr zu einem Menschen machen"

 

 

 

 

1765 wurde Johann Wolfgang Goethe an der Universität von Leipzig immatrikuliert. Er widmete sich juristischen Studien und besuchte die "Zeichnungs-. Mahlerey- und Architektur-Akademie" bei Friedrich Oeser. Im Werk "Dichtung und Wahrheit" schreibt er darüber. Von ihm stammen  auch die Worte "Mein Leipzig lob ich mir, es ist ein klein Paris und bildet seine Leute". 100 Jahre später wurde das Goethedenkmal am Naschmarkt eingeweiht. Er lernte in Leipzig Käthchen Schönkopf kennen, der er sein erstes Buch widmete. Durch Goethes "Faust" ist die Zecherszene vom "Fassritt", die  im  "Auerbachs Keller" dargestellt ist, berühmt gewordenen . In dieser Szene ist Doktor Faust mit Mephisto, der für die Gäste Wein herbeizaubert, dargestellt. Die Gäste spüren  den Teufel und ziehen ihre Messer, worauf die Bedrohten auf einem riesigen Weinfass davon reiten.                  

 

1780 wurde der Mineraloge Samuel Weiss in Leipzig geboren. Er studierte an der Universität Medizin und Physik und wurde neben dem Franzosen René Hauy zum Begründer der wissenschaftlichen Kristallografie.

 

 

 

 

 

Friedrich Schiller weilte 1785  auf Einladung von Christian Gottfried Körner in Leipzig, wo er das "Lied an die Freude" schrieb. Er  zog in ein Bauernhaus in Leipzig-Gohlis, welches zur Gedenkstätte "Schillerhaus" umgebaut wurde.

 

 

 

 

 

Von 1755 bis 1572 studierte und von 1789 bis 1792 lehrte und lebte  Dr. Samuel Hahnemann, der Begründer der klassischen Homöopathie, mit seiner Frau und drei Kindern in Leipzig.  In dieser Zeit hat er seine wesentlichen Forschungsergebnisse zu Papier gebracht. Anfeindungen waren der Anlass, dass  er 1821 Leipzig verließ. Ein erstes Hahnmann-Denkmal wurde in Leipzig  im Park am Brühl aufgestellt. Es zeigt ihn sitzend mit dem "Organon" in der Hand.

 

 

 

 

Am 22.05.1813 wurde Richard Wagner in Leipzig geboren. Seine Werke wurden zuerst in der Konzertstätte "Gewandhaus" aufgeführt, später wendet man sich in Leipzig vom Schaffen Wagners ab. Erst 1853 wird der "Tannhäuser" aufgeführt und seine Werke werden wieder gespielt. Als Dirigent beim Gewandhaus war Richard Wagner abgeblitzt. Das waren die Gründe weshalb sich Wagner selten in seiner Heimatstadt aufgehalten hat.

 

 

Die 1819 in Meißen geborene Schriftstellerin und Journalistin Luise Otto-Peters lebte von 1860 bis zu ihrem Tod 1895 in Leipzig (Gedenktafel am Zöllnerweg). Sie  trat für die Rechte der Frauen ein. 1849 gründete sie die erste deutsche Frauenzeitschrift. Gemeinsam mit Heriette Goldschmidt (auf dem Bild dargestellt), der Gründerin der ersten Frauenhochschule, und anderen fortschrittlichen Frauen wie Auguste Schmidt, Anna Voigt, Ottilie von Steyber) rief sie am 18.10.1865 den Allgemeinen Deutschen Frauenverein ins Leben. Er gilt als Wiege der deutschen Frauenbewegung.

 

 

1833 kommt Friedrich List nach Leipzig. Er veröffentlicht sein Buch "Das sächsische Eisenbahnsystem als Grundlage des allgemeinen deutschen Eisenbahnwesens". 1846 begeht er Selbstmord, da seine handelspolitischen Ideen mangelndes Interesse fanden. Die spätere Verwirklichung seiner Pläne im Eisenbahnwesen fördert die Entwicklung von Industrie und Leipziger Messe.

 

1835 bis 1847 führt  Felix Mendelssohn Bartholdy als Kapellmeister das Gewandhausorchester zu einem großen Aufschwung. Besondere Verdienste erwarb er sich mit der Wiedererweckung der Werke von Johann Sebastian Bach. 1843 gründet er das "Konservatorium" als erste Musikhochschule Deutschlands, der heutigen Hochschule für Musik und Theater. Die ersten bedeutenden Absolventen waren Edvard Krieg und Leon Janacek.

 

 

 

1837 bis 1845 gibt Robert Blum die "Sächsischen Vaterlandsblätter" heraus. Er war der führende Vertreter der kleinbürgerlichen Opposition in Deutschland und wurde am 25.03.1848 durch 5.000 Leipziger Bürger in das Frankfurter Vorparlament gewählt. Wegen seiner Teilnahme am Wiener Oktoberaufstand wurde er am 09.11.1848 standesrechtlich erschossen.

 

Am 12.09.1840 heiraten die gebürtige Leipziger Pianistin Clara Wieck und der Komponist Robert Schumann in Leipzig und lebten bis 1845 in der Stadt. Jährlich findet zu diesem Zeitpunkt in Leipzig eine Festwoche statt. In dem Schumann-Haus, einem der wenigen in Leipzig noch erhaltenen klassizistischen Gebäude, lebte das Ehepaar. Robert Schumann komponierte in diesem Haus die "Frühlingssinfonie", die ihm Weltruhm einbrachte.

 

 

 

1841 bis 1842 war der Schriftsteller Theodor Fontane, der in Berlin seine Ausbildung als Apotheker  abgeschlossen hatte, in der heute noch bestehenden Adler Apotheke, Hainstraße 9, tätig. Sie nannte sich damals "Hofapotheke zum weißen Adler". In seinem autobiographischen Roman "Von zwanzig bis dreißig" beschreibt er auch die Zeit in der Leipziger Apotheke.

1857 wird der Maler und Bildhauer Max Klinger in Leipzig geboren. Ab 1897 übt er ein Lehramt an der Kunstakademie aus. Eines seiner bekanntesten Werke ist die monumentale Beethovendarstellung von 1902, die bisher im Gewandhaus zu sehen war und nun ihren Standort im neu errichteten Bildermuseum hat.

 

1860 kommt der Drechsler August Bebel nach Leipzig. Er widmet sich der Politik und wird  1871 in den Reichstag gewählt.

 

 

 

 

 

 

1884 wird der Maler Max Beckmann in Leipzig geboren.

 

1897 richtet Wilhelm Wundt an der Universität das erste experimental-psychologische Laboratorium der Welt ein.

 

 

 

 

1864 wird durch Dr. Schreber und Schuldirektor Hausschild der älteste deutsche Schreberverein gegründet. Er hatte sich zur Aufgabe gemacht Kinderspielplätze anzulegen. Um diese herum entstehen die Kleingärten. 1996 wurde ein Museum der gesamtdeutschen Kleingartenbewegung (im Bild dargestellt) gegründet.

 

 

 

 

1876 kam Deutschlands erste Diplom-Ärztin Hope Bridges Adams an die Leipziger Universität als Gasthörerin. Es wurde damals als Skandal angesehen als sie in eine Männerdomäne einbrach: "Man denke nur an die junge Dame im Seziersaal mit Messer und Pinzette vor der gänzlich entblößten männlichen Leiche sitzend...". Einige vorurteilsfreie Mediziner der Leipziger Universität ermöglichten ihr jedoch das Studium. Sie stellten den offiziellen Antrag auch Frauen zum Studium zuzulassen. Anerkannt wurde ihr Abschluss erst 1904 als bereits mit ihrem Mann in einer Doppelpraxis arbeitete.

Edvard Grieg, der berühmte Komponist Norwegens, nahm als 15jähriger das Studium am Konservatorium in Leipzig auf. Später besuchte er oft seinem Verleger beim Musikverlag C. F. Peters und wohnte zeitweilig mit seiner Frau direkt in dem Verlagsgebäude in der Talstraße 10. In diesem Gebäude befindet sich die "Edvard Grieg Gedenk- und Begegnungsstätte".

 

 

 

 

Im Herbst 1929 erfolgte die erste Anwaltszulassung einer Frau, und zwar der Leipziger Juristin Paula Mothes. Sie wurde 1898 als Tochter des Oberbibliothekars der Leipziger Universität, Otto Friedrich Günther, geboren. Auf Grund der Stellung des Vaters war es ihr überhaupt nur möglich an der Juristenfakultät zu studieren.

 

 

 

1945 findet die Hinrichtung der führender Leipziger Antifaschisten  Georg Schumann, Alfred Frank, Kurt Kresse und Dr. Carl Goerdeler  (ehem. Oberbürgermeister von Leipzig) - siehe nebenstehendes Bild statt. Goerdeler war von 1930 bis 1937 Oberbürgermeister. Er hatte bereits 1936 sein Rücktrittsgesuch eingereicht, der Grund war der Abriss des Mendelssohn-Denkmals vor dem Gewandhaus durch die NSDAP während seiner Auslandsreise. Mendelssohn, der Gewandhauskapellmeister, war jüdischer Abstammung. Winston Churchill würdigte diese Menschen mit folgenden Worten: "In Deutschland lebte eine Opposition, die zum Edelsten und Größten gehört, was in der politischen Geschichte der Völker je hervorgebracht wurde. Diese Menschen kämpften ohne Hilfe von innen und außen, einzig getrieben von der Unruhe ihres Gewissens. Ihre Taten und Opfer sind das Fundament eines neuen Aufbaus." Am Neuen Rathaus wurde 1999 das Goerdeler Denkmal eingeweiht. Es besteht aus einem 5 m tiefen Glockenschacht, der von kreisförmigen Stufen umgeben ist. Diese sind mit ausgewählten Zitaten von Goerdeler beschriftete.

      

                            

 

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